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Elftausend Kinder
Gedenken an 11.000 aus Frankreich deportierte Kinder
Kurznachrichten
Schlüssel
22.06.2005
Die deutsche Verlagsgruppe Handelsblatt hat in der Ukraine gemeinsam mit einem einheimischen Medien- Unternehmen einen Wirtschaftsverlag gegründet.

Heiliges Reich
21.06.2005
Angesichts der Krise der EU wird in Deutschland die Forderung lauter, Europa solle sich bei seiner Einigung nicht am Modell des Nationalstaats, sondern am alten "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" (962-1806) orientieren.

Früchte
20.06.2005
Die deutsche Wirtschaft bemängelt die Politik der neuen ukrainischen Regierung und fordert größere Zugeständnisse an die deutschen Interessen.

Liebe
16.06.2005
Ungeachtet möglicher militärischer Angriffe gegen Iran verzeichnet das deutsche Iran-Geschäft hohe Zuwachsraten.

Penetration
13.06.2005
Die deutsche Elektroindustrie sucht ihre Investitionen im wichtigen Absatzmarkt Russland mit russischen Partnern weiter zu verstärken.

Angebot
10.06.2005
Der Flughafenbetreiber Fraport versucht nach dem Scheitern in Bulgarien jetzt im Nachbarland Ungarn den Einstieg bei einem osteuropäischen Flughafen.

Quarantäne
09.06.2005
Außenministerin Rice hat ihrem Amtskollegen Fischer eine endgültige Abfuhr erteilt und verweigert den deutschen Aufstieg in der UNO.

Breites Netz
08.06.2005
T-Online, eine Tochterfirma der Deutschen Telekom, wird mit Investitionen von 800 Millionen bis zu einer Milliarde Euro bis 2007 in Frankreich und Spanien expandieren.

Ehrengast
07.06.2005
Zum heute in Berlin stattfindenden Festakt anlässlich des 50jährigen Bestehens der Bundeswehr hat das Bundesministerium der Verteidigung auch einen ehemaligen Angehörigen der berüchtigten Legion Condor eingeladen.

Bundeswehrjubiläum
06.06.2005
Mit einem Gottesdienst im Berliner Dom beginnen am 7. Juni die offiziellen Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum der Bundeswehr. Bis zum 12. November werden Aufmärsche in mehreren deutschen Städten folgen.

Identität
19.06.2005
BONN/ULAN BATOR
(Eigener Bericht) - Bei den jüngsten Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten der Mongolei sowie zahlreichen hochrangigen Politikern des Landes hat das deutsche Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) größeren Einfluss auf die Verteilung der mongolischen Entwicklungsgelder an Privatunternehmen verlangt. Im Bergbausektor der rohstoffreichen Mongolei macht sich derzeit nach Angaben der deutschen Botschaft in Ulan Bator eine "Goldsucher-Pionier-Stimmung" breit. Eine deutsche Beteiligung an der mongolischen Ressourcenausbeutung gilt als interessant, da die Mongolei zu den strategischen Rohstofflieferanten der Volksrepublik China zählt. Berlin legt seit 1991 Wert auf die Kooperation mit Ulan Bator, das deutsche Analytiker als Zentrum eines "geostrategischen Kräftefeldes" zwischen Russland und der kommenden Weltmacht VR China beschreiben. Berlin will die Mongolei als machtpolitischen Vorposten nutzen und ist an grenzübergreifender Ethno-Propaganda ("Pan-Mongolismus") deutlich interessiert.
Wie das Bonner BMZ erklärt, wird die Bundesregierung ihre Entwicklungsgelder für die Mongolei weiterhin auf die Energie- und Umweltbranche sowie die Förderung des Privatsektors konzentrieren. Insbesondere erneuerbare Energien, bei denen deutsche Unternehmen eine starke Weltmarktposition innehaben, müssten weiter gefördert werden, erklärt die deutsche Entwicklungsministerin. Die beiden Regierungen haben sich außerdem darauf verständigt, "Deutschlands Rolle im Prozess der Geberharmonisierung zu stärken".1) Ulan Bator will die Aktivitäten ausländischer Entwicklungshilfe im Land besser koordinieren und hat dazu Arbeitsgruppen eingerichtet, die Verfahrensvorschläge erarbeiten sollen. Das BMZ verlangt nun den Vorsitz in der "Arbeitsgruppe 'Privatwirtschaft'". Das "Angebot" sei "sehr wohlwollend aufgegriffen" worden, heißt es über die Reaktion der mongolischen Regierung, die auf die deutschen Entwicklungsmittel angewiesen ist.
Zuvorkommen
Die Wirtschaft der Mongolei, die derzeit mit Deutschland nur in geringem Umfang Handel treibt (zweistellige Millionenbeträge), erfährt gegenwärtig einen spürbaren Aufschwung im Bergbausektor. Das Land verfügt über umfangreiche Rohstoffe, die vor allem die Volksrepublik China für ihre boomende Wirtschaft verwenden möchte. Der von Beijing "massiv betriebene(...) Ausbau der grenznahen Infrastruktur (Straße, Schiene, Elektrizität)" verdeutliche dies, heißt es bei der deutschen Botschaft in Ulan Bator: Die Branche könne "auch für deutsche Unternehmen interessant sein".2) Die Überlegungen der Berliner Diplomatie entsprechen vergleichbaren Konzepten für die deutsche Lateinamerika-Expansion. Auch dort müsse man der chinesischen Konkurrenz zuvorkommen und in die Branchen investieren, an denen Beijing Interesse habe, heißt es in deutschen Wirtschaftskreisen.3)
Militärkooperation
Die für die deutsche Wirtschaftsexpansion günstigen deutsch-mongolischen Beziehungen haben ihre Basis in den früheren engen Kontakten zwischen der DDR und der Mongolischen Volksrepublik, an die die Bundesregierung fast bruchlos anknüpfen kann. Getragen wird die Zusammenarbeit in hohem Maße von den politischen Stiftungen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) hat in der vergangenen Woche die 4. Konferenz des Deutsch-Mongolischen Forums durchgeführt und dabei hochrangige mongolische Politiker in Bonn versammelt, darunter den Ministerpräsidenten des Landes. Die Hanns-Seidel-Stiftung (CSU) instruiert die Regierung in Ulan Bator seit 1995 beim Umbau des mongolischen Justiz- und Verwaltungssystems. Im Rahmen eines bilateralen Abkommens haben beide Staaten im September 1995 die "Aufnahme bilateraler militärpolitischer Kontakte" beschlossen. Deutschland unterstützt die Mongolei bei der "Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften der Streitkräfte".4)
Ausgeliefert
Die deutsch-mongolische Militärkooperation gilt den Streitkräften eines Landes, das Analytiker als Zentrum eines "geostrategischen Kräftefeldes" zwischen Russland und der kommenden Weltmacht VR China beschreiben. Die Mongolei, ein "wirtschaftlich sehr schwaches Land", sei "natürlich auch ihren Geberländern und deren Intentionen ausgeliefert", heißt es in einer Studie, die für die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) erstellt wurde.5) Das Land befinde sich in einer "zum Teil prekäre(n) Lage (...) zwischen zwei mächtigen Staaten" (Russland, VR China), die sich "bislang noch nicht komplett von einem Großmachtanspruch auf die Mongolei lösen" könnten, befindet die Autorin des Papiers.
Taktiken
Die angeblichen Ansprüche der mongolischen Nachbarstaaten begründen mehrere Vorschläge, die als Handlungsanleitung für deutsche Interventionen verstanden werden können: Zum einen müsse sich Ulan Bator des Schutzes westlicher Mächte versichern. Zum anderen bestehe die Möglichkeit, bei "einer Verschlechterung der Verhältnisse" zu Moskau und Beijing ethnische Unruhen anzuzetteln. Dann wäre die "Stärkung eines Pan-Mongolismus" denkbar, "der sowohl in der Inneren Mongolei (VR China) als auch in buriatischen und tuwenischen Gegenden Russlands zu Sezessionsbestrebungen führen könnte", heißt es in der deutschen Analyse.6) Sie legt grundsätzliche Taktiken der Berliner Außenpolitik offen. Demnach tritt Deutschland bevorzugt als Schutzstaat auf, der Schwächeren uneigennützig zur Hilfe eilt und dabei nicht ungern auf ethnische Minderheiten setzt, die grenzübergreifend mobilisiert werden können.
Dschingis Khan
Auf grenzübergreifende Aspekte der mongolischen Geschichte kam auch der deutsche Bundeskanzler zu sprechen, als er in der staatlichen Bonner Kunst- und Ausstellungshalle Exponate über das Khan-Reich des 12. Jahrhunderts besichtigte. Im Beisein des mongolischen Ministerpräsidenten erklärte Schröder, die mongolische Expansion (die sich auf weite Teile des heutigen China erstreckte) sei geeignet, in der heutigen Mongolei "ein Stück Identität herzustellen".7)
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