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Auch der mongolische
Staatspräsident Natsagiin Bagabandi wohnte der
Aufführung der Oper "Die lustigen Weiber von Windsor"
bei
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Ulan Bator
(dpa) - Von Berlin nach Ulan Bator, um die Premiere einer
deutschen Oper in mongolischer Sprache zu erleben? Als im
Opern- und Ballett-Theater der mongolischen Hauptstadt die
ersten Töne der Ouvertüre zur komischen Oper «Die lustigen
Weiber von Windsor» von Otto Nicolai erklangen, waren
tatsächlich eigens aus Deutschland angereiste Mongolei- und
Musikliebhaber unter den Besuchern.
Die mongolisch-deutsche Geschichte des Opernhauses von Ulan
Bator reicht weiter zurück. 1943 entwarf der heute 95 Jahre
alte Gerhard Kosel, ein vor den Nazis in die Sowjetunion
geflüchteter Berliner Architekt, im Auftrag Stalins und der
mongolischen Regierung die Pläne für das Projekt. Erst 25
Jahre später, als Kosel in Ostberlin lebte, erfuhr er von der
Verwirklichung seiner Entwürfe.
Unter Mitwirkung japanischer Kriegsgefangener wurde das
klassizistische Gebäude am Südostrand des Sukhbaatar-Platzes
Anfang der 50er Jahre errichtet. Seitdem wechselten auf der
Bühne des Hauses farbensatte mongolische Folkloreprogramme und
die Nationaloper «Die drei traurigen Hügel», russische
Ballette und italienische Opern, Solo-Programme europäischer,
amerikanischer und asiatischer Künstler einander in schöner
Regelmäßigkeit ab.
Vor zwei Jahren hatte der Büroleiter der Gesellschaft für
Technische Zusammenarbeit in Ulan Bator die Idee, die Oper für
seine Geburtstagsparty zu mieten. Mongolen wundern sich über
fast gar nichts, die Feier wurde ein voller Erfolg. So
überrascht waren einige der Gäste darüber, mit welchem Charme
und in welch hoher Qualität die Sänger, Tänzer und Musiker
eines Nomadenvolkes Werke der europäischen Klassik darboten,
dass sie beschlossen, einen Verein zur Förderung der Oper von
Ulan Bator zu gründen, denn die staatlichen Zuwendungen für
Kunst und Kultur im allgemeinen und für das Opern- und
Balletthaus im besonderen sind begrenzt.
«Die Freunde der Oper zu Ulaanbaatar» aus Berlin, Bremen,
Lübeck, Hissum und Schönefeld sammelten Geld für Text- und
Notenbücher, für neue Instrumente und auch für Requisiten.
Mongolische Opernsänger gaben im vergangenen Jahr in Berlin
ein umjubeltes Konzert. Als sich in Ulan Bator der Vorhang zu
der Oper «Die lustigen Weiber von Windsor» hob, Sir John,
gespielt von dem Bassisten Batmend, die Arie «Als Büblein
klein an der Mutterbrust» sang, spendeten die Premierengäste,
darunter Staatspräsident Natsagiin Bagabandi, Minister,
Staatssekretäre und ausländische Diplomaten begeisterten
Applaus.
Das für manchen Geschmack etwas zu bunte Bühnenbild und die
fantastievollen glitzernden Kostüme gefielen den Mongolen
ausnehmend gut. Die aufwändig gestaltete Traumszene wurde
gebührend bestaunt, der erfolgreich hinters Licht geführte
Falstaff etwas mitleidig, aber laut ausgelacht. Neun
Opernfreunde verpassten allerdings die Premiere: Das Flugzeug,
das sie von Berlin nach Ulan Bator bringen sollte, musste
wegen Sturm und Schneefällen in der mongolischen Hauptstadt
einen Zwischenstopp in Peking einlegen. Einen Tag später, der
Himmel war wieder strahlend blau, konnten sie die zweite
Vorstellung der ersten deutschen Oper in der Mongolei genießen
und begannen schon Pläne für die Vorbereitung der nächsten
Premiere zu schmieden.
Redaktion INTRINET
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