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    ... politik  ... artikel   07. November 2002  18:08
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Dalai Lama reist in Mongolei Route über Tokio gewählt / Peking protestiert

Ulan Bator. Trotz Protesten aus Peking ist das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, zum ersten Mal seit sieben Jahren wieder in die Mongolei gereist. Aus dem Siegelamt des Gandantegchinlen-Klosters in Ulan Bator, dem religiösen Zentrum der Mongolei, wurde darauf hingewiesen, dass der Besuch des Dalai Lamas eine rein religiöse Angelegenheit auf Grundlage einer Einladung sei. Das chinesische Außenministerium protestierte gegen den Besuch: „Der Dalai Lama ist nicht einfach eine religiöse Figur, sondern ein politischer Exilant, der in Aktivitäten verwickelt ist, das Vaterland zu spalten.“
Nach einem missglückten Volksaufstand in dem 1950 von China besetzten größten Hochland der Erde war der Dalai Lama 1959 ins Exil nach Indien geflohen. Seitdem residiert er als Chef einer international nicht anerkannten tibetischen Exilregierung in Dharamsala (Indien). Er setzt sich für mehr Autonomie Tibets sowie für Frieden und Toleranz zwischen Völkern und Religionen ein. 1989 erhielt er den Friedensnobelpreis.
Sein Besuch in der Mongolei war bisher wiederholt am Einspruch Chinas gescheitert. Erst im September hatten sowohl Russland als auch Südkorea ihm ein Transit-visum verweigert. Deshalb wählte der Dalai Lama diesmal die Route über Tokio. Bei Dunkelheit und eiskaltem Wind, der über den Flugplatz von Ulan Bator fegte, harrten hunderte Gläubige aus, um einen Blick auf ihren „Hohen Erleuchteten“ zu erhaschen.
Die Mongolei und Tibet verbinden Jahrhunderte alte gemeinsame religiöse und kulturelle Traditionen. Im 13. Jahrhundert übernahmen die Mongolenherrscher den tibetischen Buddhismus der damaligen Sakya- Schule als Staatsreligion. Den Titel „Dalai Lama“ verlieh ein mongolischer Territorialherrscher im 16. Jahrhundert zum ersten Mal an das damalige Oberhaupt der lamaistischen Kirche in Tibet. Der 13. Dalai Lama fand vorübergehend in der Äußeren Mongolei Asyl, als seine Heimat 1904 von den Engländern besetzt wurde.
1995 hatte der Dalai Lama zuletzt die Mongolei besucht – gemeinsam mit dem zumtibetischen Buddhismus bekehrten Hollywood-Schauspieler Richard Gere.
Renate Bormann (dpa)



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