Die
Erfolgsgeschichte des kanadischen Bergbaukonzerns Ivanhoe Mines geht
immer weiter. Nach riesigen Kupfer- und Goldvorkommen sehen die
Geologen nach ersten Erkenntnissen auch umfangreiche Kohlevorkommen in
den mongolischen Explorationsgebieten des Unternehmens.
Der Explorer Ivanhoe steigt nun auch in das Kohlegeschäft ein. Mit
fünf Bohrungen konnten die Kanadier rund um - bald Bergbau-Legende -
Robert Friedland große Vorkommen auf ihren Ländereien im Bereich der
Nariin Sukhait-Mine bestätigen. In der Nähe bauen bereits Chinesen
erfolgreich Kohle ab und fahren sie in das nur zirka 50 Kilometer
entfernte China. Dort - vor allem in der zirka 500 Kilometer entfernten
Jiuquan Industrie-Stadt besteht ein riesiger Bedarf an Eisenerz und
Kohle aufgrund hoher Kapazitäten in der Stahlindustrie. Die Chinesen
haben bereits begonnen eine Eisenbahntrasse zu der Nariin
Sukhait-Kohlemine zu bauen.
Sollte sich daher bei weiteren Bohrungen die wirtschaftliche
Abbaubarkeit der Kohlevorkommen für Ivanhoe herausstellen, wäre dies
ein weiterer Impuls für die Explorationsaktie. Da die Lagerstätten nur
bis zu 150 Meter unter der Grasnabe verlaufen und bis zu 90 Meter dick
sind, sollte eine günstige Förderung möglich sein. Um so mehr, wenn die
Transporte über die neue Eisenbahn vonstatten gehen könnten.
Robert Friedland dürfte nun vor allem drei Möglichkeiten prüfen, falls der Abbau Sinn macht:
1. So schnell wie möglich eine Mine in Produktion bringen und
mit dem Cash-Flow den Aufbau seiner Kupfer- und Goldproduktion beim
Herzstück des Ivanhoe-Konzerns, des Oyu Tolgoi-Projekts,
voranzutreiben.
Oder
2. Ein eigenständiges Kohleunternehmen zu gründen, es an die Börse
bringen und die Altaktionäre mit Aktien beglücken.
Oder
3. Friedland sucht sich einen starken Partner aus dem Lager der
Kohleproduzenten. Von Rio Tinto über BHP Billiton bis Xstrata oder auch
kleinere Australier sowie Chinesen würden sich wohl viele Konzerne die
Finger lecken, könnten sie sich größere Kohlevorkommen in der Mongolei
sichern.
Insgesamt gibt es auf den Ivanhoe-Explorationsgebieten drei
bisher definierte Kohlevorkommen, so dass die zweite und dritte Lösung
durchaus Charme besäßen.
Allein die neue Kohlephantasie könnte Anleger veranlassen
weiter in die doch noch sehr spekulative Ivanhoe-Aktie zu investieren.
Doch es gibt weitere Argumente:
Vor zwei Wochen fanden die Ivanhoe-Geologen rund 140 Kilometer
von Oyu Tolgoi entfernt ein weiteres großes Gold- und Kupfer-Lager. Die
Ausmaße der Ivanhoe-Erfolge erinnern zwar langsam an die unrühmliche
Bre-X-Geschichte, als die Konzernbosse von Bre-X auf indonesischen
Ländereien riesige Goldvorkommen vorgaukelten. Doch bei Ivanhoe sollte
es doch seriös zugehen. Dafür stehen zum einen deutlich verbesserte
Überwachungen von Explorationsergebnissen - und zum anderen Robert
Friedland selbst, der wohl mehr zu verlieren als zu gewinnen hätte.
Das große Oyu Tolgoi-Vorkommen wird nach heutigem Wissen auf
zirka 50 Milliarden Wert an Kupfer und Gold geschätzt. Sollten sich
diese Vorkommen durch weitere Exploration bestätigen, wäre Ivanhoe mit
einer Marktkapitalisierung von rund 1,5 Mrd. Euro wohl noch relativ
günstig zu haben. Auch wenn dort der Aufbau einer Produktion etwa 1
Mrd. Euro verschlingen würde.
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